Das Bachelor Informatik Studium an der Uni Würzburg

Zu erst einmal zu grundlegenden Informationen, Zahlen und Fakten: Das Bachelor Studium im Bereich Informatik an der Universität Würzburg hat eine Regelstudienzeit von 6 Semestern in denen 180 ECTS Punkte erreicht werden müssen. Diese Punkte müssen in den Bereichen Pflichtbereich (86 Punkte), Wahlpflichtbereich (62 Punkte), Schlüsselqualifikationen (20 Punkte) und Abschlussarbeit (12 Punkte) erreicht werden.

Im Folgenden will ich auf die einzelnen Bereiche und Module, welche ich belegt habe, eingehen. Mit der Zeit werde ich zu jeder Veranstaltung einen eigenen Beitrag schreiben und diesen hier entsprechend verlinken. Wem diesen Zahlen egal sind und etwas über den Prüfungs- und Übungsbetrieb erfahren möchte sollte gleich hierhin springen.

Der Pflichtbereich unterteilt sich noch einmal in die Bereiche Informatik und Mathematik:

Algorithmen und Datenstrukturen (Informatik, 10 Punkte)
– Informationsübertragung (Informatik, 10 Punkte)
Programmierpraktikum (Informatik, 10 Punkte)
– Softwarepraktikum (Informatik, 10 Punkte)
– Softwaretechnik (Informatik, 10 Punkte)
– Rechenanlagen (Informatik, 10 Punkte)
– Theoretische Informatik (Informatik, 10 Punkte)
– Logik (Mathematik, 6 Punkte)

 

Der Wahlpflichtbereich unterteilt sich noch einmal in die Bereiche Informatik, Mathematik und Nebenfach:

– Betriebssysteme (Informatik, 5 Punkte)
– Data Mining (Informatik, 5 Punkte)
– Rechnernetze und Kommunikationssysteme (Informatik, 8 Punkte)
– Wissensbasierte Systeme (Informatik, 5 Punkte)
– Mathematik I – III für Studierende der Informatik (Mathematik, 10 + 10 +9 Punkte)
– Einführung in die BWL für Nichtwirtschaftswissenschaftler (Nebenfach, 5 Punkte)
– Einführung in die Wirtschaftsinformatik (Nebenfach, 5 Punkte)

Es sei zu erwähnen, dass es für den Unterbereich Mathematik drei verschiedene Varianten gibt. Des Weiteren gibt es im Unterbereich Nebenfach weitere Unterbereiche (Mathematik, Physik, Wirtschaftswissenschaften, Linguistik, Medizin, Geographie). Hier gilt die Regelung, dass 10 ECTS Punkte in einem dieser „Unterunterbereiche“ erworben werden müssen.

 

Die Schlüsselqualifikationen unterteilen sich noch einmal in Fachspezifische und Allgemeine Schlüsselqualifikationen:

– Bachelor-Kolloquium (Fachspezifisch, 2 Punkte)
– Seminar 1 (Fachspezifisch, 5 Punkte)
– Seminar 2 (Fachspezifisch, 5 Punkte)
Standard-Office-Kurs für Fortgeschrittene I (Allgemein, 4 Punkte)
Standard-Office-Kurs für Fortgeschrittene II (Allgemein, 4 Punkte)

Jeder Lehrstuhl bietet jedes Semester mindestens ein Seminar an. Die durch die Allgemeinen Schlüsselqualifikationen erworbenen 8 ECTS Punkte werden mit den 12 ECTS Punkten der Bachelorarbeit verrechnet. So ergibt sich eine Gesamtgewichtung der Abschlussarbeit von 20 ECTS Punkten. Vergleicht man dies mit § 23 Absatz 5 der Allgemeinen Studien- und Prüfungsordnung

Die Bearbeitungszeit der Bachelor-Arbeit beträgt in der Regel acht Wochen (bei einer Vergabe von 10 ECTS-Punkte) […] jeweils ab Zuteilung des Themas

so scheint mir, dass die Abschlussarbeit stärker gewichtet ist als der Durchschnitt und dem entsprechend auch einen größeren Umfang hat.

Anmerkung: Diese Informationen entsprechen dem Stand zur Zeit meines Studiums (Wintersemester 2010/2011 – Sommersemester 2013). Am Ende meiner Studienzeit wurden ein paar Dinge geändert / sollten ein paar Dinge geändert werden. Da mich diese Änderungen jedoch nicht betrafen, kann ich keine genauere Auskunft darüber geben. Wer sich für das Informatik Studium in Würzburg interessiert kann hier die aktuellen Unterlagen zu Modulen und Prüfungsordnung einsehen.

 

An dieser Stelle möchte ich nun etwas über den generellen Übungs- und Prüfungsbetrieb sagen. Im Allgemeinen gibt es zu jeder Vorlesung auch jeweils eine Übung in der die Übungsblätter besprochen werden. Übungsblätter sind zum einen dazu da – wer hätte es gedacht – den Stoff der Vorlesung zu üben. Zum anderen dienen sie jedoch auch als Klausurzulassung. In der Regel dürfen die Blätter von 2-3 Studenten bearbeitet werden – erreicht man mindestens 50% der Punkte so erhält man die Zulassung. Die Blätter werden wöchentlich online gestellt und müssen innerhalb 7 Tagen bearbeitet werden. Ob jedes Gruppenmitglied alle Aufgaben macht, man die Aufgaben aufteilt oder garnichts beiträgt, das bleibt jedem selbst überlassen. Erfahrungsgemäß wird das Blatt am Anfang des Studiums aufgeteilt, nach 2-3 Semester wird man jedoch routinierter, so dass man die Aufgaben zusammen löst (alles eine Frage der Zeit). Sinnvoll ist es natürlich jede Aufgabe selbst zu probieren, um gleich eine Vorbereitung auf die Klausur zu erhalten. Ein großer Kritikpunkt meiner Seite ist, dass die Übungsstunden oft nur zum Verbessern genutzt werden, es wird nicht weiter geübt (ein Ausnahmefall war hier die Vorlesung Theoretische Informatik). Und mal ganz ehrlich: wenn man schon während 7 Tagen Bearbeitung keine Ahnung hatte, wie die Aufgabe gelöst wird, so versteht man das in einer 5 Minuten Erklärung des Tutors meistens auch nicht. Es sei jedoch fairerweise auch erwähnt, dass wir das Glück haben und die Übungen von wissenschaftlichen Mitarbeitern gehalten werden und nicht von Studenten. Ich möchte hier niemandem seine Kompetenz absprechen, jedoch ist es oft so, dass Mitarbeiter vertrauter mit der Materie sind und so auch detailliertere Fragen gut beantworten können.

Der Vollständigkeit wegen sei gesagt, dass es auch Veranstaltungen gibt, bei denen die Übungsblätter nicht bewertet werden, es gar keine Übungsblätter gibt (in beiden Fällen ist jeder Teilnehmer direkt zur Klausur zugelassen), oder die Zulassung durch ein praktisches Projekt erreicht wird (Wissensbasierte Systeme).

Für jede von mir besuchte Vorlesung und Allgemeine Schlüsselqualifikation (sowie für das Programmierpraktikum) gab es eine schriftliche Prüfung, welche am Ende des Semester oder am Anfang der Semesterferien statt findet. Darüber hinaus gibt es am Ende der Semesterferien eine „Nachholklausur“. Der Hintergrund ist Folgender: Die einzelnen Veranstaltungen werden nicht jedes Semester angeboten, sondern entweder nur im Wintersemester oder nur im Sommersemester. Jedoch muss es jedes Semester möglich sein eine Klausur zu schreiben. Je nach Anzahl der zu erreichenden ECTS Punkte dauert die Klausur zwischen 60 – 90 Minuten, in einigen sind Skript oder ein paar Seiten Mitschrift erlaubt, in anderen nicht. Im Großen und Ganzen waren die Klausuren bei mir immer fair gestellt, näheres dazu werde ich in den einzelnen Veranstaltungsbeschreibungen schildern. Das Wichtigste was mir zum Thema Klausurvorbereitung einfällt, ist, dass man sich aus dem Klausurenpool auf WueCampus oder aus der Fachschaft Altklausuren besorgen sollte, denn viele Fragen wiederholen sich. Man sollte natürlich auch genügend Zeit für die Vorbereitung einplanen und – das ist mein Tip – in einer Lerngruppe lernen. So kann man sich etwas leichter motivieren und sich auch gegenseitig helfen. Ich erinnere mich an epische Skype-Sessions die teilweise über 12 Stunden gingen (natürlich wurde nicht die ganze Zeit nur gelernt 😀 ).